In Kürze: Mit dem Führerschein BE (Fahrerlaubnisklasse BE) dürfen Sie Anhänger über 750 kg und bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse ziehen – das Gespann darf bis zu 7.000 kg wiegen. Voraussetzung ist die Klasse B. Eine Theorieprüfung entfällt; Pflicht sind fünf Sonderfahrstunden und eine praktische Prüfung. Die Kosten liegen 2026 bei rund 900 bis 1.700 Euro.
Stand: Juni 2026. Dieser Ratgeber erklärt, was Sie mit dem Führerschein BE fahren dürfen, was er kostet, wie die Prüfung abläuft – und wann die günstigere Klasse B96 schon ausreicht.
Voraussetzung für BE ist der Klasse-B-Führerschein – wer den noch vor sich hat, sollte gut vorbereitet in die Prüfungen gehen, denn die Durchfallquoten sind hoch. Die besten Tipps für Theorie und Praxis liefert unser Guide Führerschein Klasse B: So bestehst du die Prüfung.
Was ist die Führerscheinklasse BE?
Die Führerscheinklasse BE ist die Anhänger-Erweiterung zur Klasse B. Das „E“ steht für die Erlaubnis, schwere Anhänger zu ziehen, die mit dem normalen Autoführerschein nicht mehr erlaubt sind.
Offiziell heißt sie Fahrerlaubnisklasse BE. Rechtsgrundlage ist die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV); EU-weit ist die Klasse über die Richtlinie 2006/126/EG geregelt und damit in der gesamten EU gültig.
Voraussetzung ist die Klasse B – entweder bereits vorhanden oder gleichzeitig erworben. Das Mindestalter beträgt 18 Jahre, im Rahmen des begleiteten Fahrens (BF17) auch 17 Jahre.
Der BE-Führerschein richtet sich an alle, die regelmäßig größere Lasten ziehen: vom Wohnwagen über den Pferdeanhänger bis zum Bootsanhänger.
Was darf ich mit dem Führerschein BE fahren?
Mit dem Führerschein BE dürfen Sie ein Zugfahrzeug der Klasse B mit einem Anhänger von über 750 kg bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse kombinieren. Das gesamte Gespann darf bis zu 7.000 kg wiegen.
Zugfahrzeug und Anhänger – die Gewichtsvorgaben
Entscheidend ist immer die zulässige Gesamtmasse (zGM), nicht das tatsächliche Beladungsgewicht. Sie steht in den Fahrzeugpapieren des Anhängers und des Zugfahrzeugs.
Für BE gelten zwei Grenzen gleichzeitig: Der Anhänger darf maximal 3.500 kg zGM haben, und das Zugfahrzeug zählt mit seiner eigenen zGM dazu – zusammen höchstens 7.000 kg.
Vergleichstabelle: Klasse B, B96 und BE
Viele landen beim BE, obwohl die günstigere Schlüsselzahl B96 reichen würde. Diese Tabelle zeigt den Unterschied auf einen Blick.
| Kriterium | Klasse B | B mit B96 | Klasse BE |
|---|---|---|---|
| Anhänger zGM | bis 750 kg immer; mehr nur, wenn Gespann ≤ 3.500 kg | über 750 kg möglich | über 750 kg bis 3.500 kg |
| Gespann gesamt (zGM) | max. 3.500 kg | max. 4.250 kg | max. 7.000 kg |
| Prüfung nötig? | – | nein, nur Schulung (ca. 7 Std.) | ja, praktische Prüfung |
| Zusatzkosten zu B | – | ca. 300–500 € | ca. 900–1.700 € |
| Typische Nutzung | kleiner Anhänger | mittlerer Wohnwagen | großer Wohnwagen, Pferde-, Bootsanhänger |
Faustregel: Liegt Ihr Gespann zwischen 3.500 und 4.250 kg, reicht B96. Erst darüber – oder bei Anhängern bis 3,5 t – brauchen Sie BE.
Typische Anwendungsfälle mit konkreten Zahlen
An den folgenden Beispielen sehen Sie, welche Klasse Sie wirklich brauchen:
- Anhänger 1.300 kg + Zugfahrzeug 2.000 kg = 3.300 kg: Klasse B reicht (Gespann unter 3.500 kg).
- Anhänger 1.300 kg + Zugfahrzeug 2.500 kg = 3.800 kg: B96 nötig (über 3.500, aber unter 4.250 kg).
- Wohnwagen 1.800 kg + SUV 2.600 kg = 4.400 kg: Führerschein BE nötig (über 4.250 kg).
- Pferdeanhänger 2.500 kg + Zugfahrzeug 3.000 kg = 5.500 kg: Führerschein BE nötig.
Wer einen schweren Anhänger zieht, sollte auch die passende Anhängevorrichtung im Blick haben. Wie Sie diese nachrüsten, zeigt unser Ratgeber zur Anhängerkupplung nachrüsten.
Was Sie mit BE nicht fahren dürfen
Anhänger über 3.500 kg zGM sind mit BE nicht erlaubt. Dafür brauchen Sie die Klasse C1E oder höher.
Auch ein Zugfahrzeug über 3.500 kg zGM fällt nicht unter BE, da das Zugfahrzeug selbst die Klasse B voraussetzt. Für schwerere Zugfahrzeuge sind die Lkw-Klassen nötig.
Kosten des BE-Führerscheins
Der Führerschein BE kostet 2026 zusätzlich zur Klasse B realistisch rund 900 bis 1.700 Euro. Die Spanne hängt vor allem von der Zahl der Übungsstunden und der Region ab.
Welche Posten fallen an?
| Posten | Typische Kosten |
|---|---|
| Grundgebühr Fahrschule (BE) | ca. 150–350 € |
| 5 Sonderfahrstunden (Pflicht) | ca. 350–800 € |
| Zusätzliche Übungsstunden (nach Bedarf) | ca. 60–100 € je Stunde |
| Vorstellung zur praktischen Prüfung | ca. 100–150 € |
| Prüfgebühr TÜV/DEKRA (praktisch) | ca. 120 € |
| Sehtest | ca. 6–10 € |
| Antragsgebühr Führerscheinstelle | ca. 40–70 € |
Wer BE direkt zusammen mit der Klasse B macht, spart oft die zweite Grundgebühr. Einen Erste-Hilfe-Kurs brauchen Sie für BE in der Regel nicht erneut, da er bereits durch die Klasse B abgedeckt ist.
Kosten-Unterschiede je nach Bundesland und Stadt
In Großstädten und teuren Regionen liegen die Stundensätze höher, sodass der BE-Führerschein dort eher 2.000 Euro erreichen kann. In ländlichen Gebieten sind 900 bis 1.200 Euro üblich.
Sparen beim BE-Führerschein – sinnvoll und nicht sinnvoll
Sinnvoll sparen Sie, indem Sie vor der Prüfung gut vorbereitet sind und so unnötige Übungsstunden vermeiden. Auch die Kombination von B und BE in einem Durchgang senkt die Kosten.
Nicht sinnvoll ist es, an den Sonderfahrstunden zu sparen – die fünf sind gesetzlich vorgeschrieben. Prüfen Sie zudem ehrlich, ob nicht B96 ausreicht: Das spart mehrere Hundert Euro und die Prüfung.
Voraussetzungen für den Führerschein BE
Für den Führerschein BE brauchen Sie die Klasse B, ein Mindestalter von 18 Jahren und einen gültigen Sehtest. Eine ärztliche Untersuchung wie bei den Lkw-Klassen ist nicht nötig.
Welcher Vor-Führerschein wird benötigt?
BE setzt die Fahrerlaubnis der Klasse B voraus. Sie können BE direkt im Anschluss an die Klasse B oder später jederzeit als Erweiterung machen.
Mindestalter
Das Mindestalter beträgt 18 Jahre. Im Rahmen des begleiteten Fahrens (BF17) ist BE bereits mit 17 Jahren möglich, sofern auch die Klasse B im BF17-Modell erworben wird.
Gesundheitliche Anforderungen
Erforderlich ist ein einfacher Sehtest bei einer anerkannten Stelle, etwa beim Optiker. Eine weitergehende medizinische Untersuchung ist für BE nicht vorgeschrieben.
Ausbildung in der Fahrschule
Die BE-Ausbildung in der Fahrschule ist kompakt: Es gibt keine eigene Theorieprüfung, der Schwerpunkt liegt auf den praktischen Sonderfahrstunden mit dem Gespann.
Theoretischer Unterricht – sind weitere Stunden nötig?
Eine separate Theorieprüfung gibt es bei BE nicht, wenn Sie die Klasse B bereits besitzen. Die Fahrschule vermittelt aber relevante Inhalte zu Ladungssicherung und Gespannverhalten im praktischen Teil.
Praktischer Unterricht und Pflichtstunden BE
Pflicht sind fünf Sonderfahrstunden à 45 Minuten: drei Überlandfahrten, eine Autobahnfahrt und eine Fahrt bei Dunkelheit. Zusätzliche Übungsstunden legt der Fahrlehrer nach Ihrem Können fest.
Wie lange dauert die Ausbildung?
Weil keine Theorieprüfung ansteht, ist BE oft in wenigen Wochen machbar. Wer regelmäßig Termine bekommt, schließt die Ausbildung häufig innerhalb von zwei bis vier Wochen ab.
Die Prüfung BE im Detail
Die BE-Prüfung besteht nur aus einem praktischen Teil. Geprüft werden der sichere Umgang mit dem Gespann, das An- und Abkuppeln sowie die Fahrt im Verkehr.
Theorieprüfung BE – was geprüft wird
Eine Theorieprüfung gibt es bei BE nicht. Das relevante Wissen zu Gewichten, Ladungssicherung und Gespannverhalten fließt in die praktische Ausbildung und Prüfung ein.
Praktische Prüfung BE – Ablauf
Die praktische Prüfung dauert rund 45 Minuten. Sie gliedert sich in Grundfahraufgaben am Stand und auf dem Übungsplatz sowie eine anschließende Verkehrsfahrt.
Grundfahraufgaben
- Ankuppeln und Abkuppeln des Anhängers
- Abfahrtkontrolle inklusive Beleuchtungs- und Bremsencheck
- Rückwärtsfahren um eine Ecke und in eine Parklücke
Verkehrsfahrt
Im zweiten Teil fahren Sie mit dem Gespann auf Landstraße, innerorts und meist auch auf der Autobahn. Der Prüfer achtet auf vorausschauendes, sicheres Fahren mit dem deutlich längeren Gespann.
Was passiert, wenn man durchfällt?
Wer durchfällt, kann die praktische Prüfung nach einer kurzen Wartezeit wiederholen. In der Regel sind zwischen den Versuchen mindestens zwei Wochen einzuplanen, dazu fallen die Prüfgebühr und meist weitere Übungsstunden erneut an.
Bevor Sie loslegen: Prüfen Sie zuerst anhand der Gewichtstabelle, ob Sie wirklich BE brauchen oder ob B96 reicht. Klären Sie dann mit Ihrer Fahrschule die Sonderfahrstunden und beachten Sie bei Anhänger und Wohnwagen auch Zulassung und Versicherung. Wie Sie ein Fahrzeug oder einen Anhänger anmelden, zeigt unsere Schnellanleitung zum Kfz zulassen; den passenden Schutz fürs Gespann finden Sie über unseren Leitfaden zur Kfz-Versicherung.
Sie wollen lieber Roller statt Anhänger fahren? Welcher Führerschein für welchen Roller gilt, zeigt unser Ratgeber zum Rollerführerschein – inklusive B196-Erweiterung.
FAQ
Was darf ich mit Führerschein BE genau fahren?
Mit dem Führerschein BE dürfen Sie ein Zugfahrzeug der Klasse B mit einem Anhänger über 750 kg und bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse kombinieren. Das gesamte Gespann darf bis zu 7.000 kg wiegen. Damit lassen sich große Wohnwagen, Pferde- und Bootsanhänger ziehen.
Was kostet der Führerschein BE 2026?
Der Führerschein BE kostet 2026 zusätzlich zur Klasse B realistisch rund 900 bis 1.700 Euro. In teuren Großstädten kann es bis etwa 2.000 Euro werden. Die größten Posten sind die fünf Pflicht-Sonderfahrstunden und eventuelle zusätzliche Übungsstunden.
Wie viele Pflichtstunden habe ich beim BE-Führerschein?
Vorgeschrieben sind fünf Sonderfahrstunden à 45 Minuten: drei Überlandfahrten, eine Autobahnfahrt und eine Fahrt bei Dunkelheit. Zusätzliche Übungsstunden sind nicht fest vorgeschrieben, sondern richten sich nach Ihrem Können. Der Fahrlehrer entscheidet, wann Sie prüfungsreif sind.
Brauche ich eine Theorieprüfung bei BE?
Nein. Wenn Sie die Klasse B bereits besitzen, entfällt bei BE die Theorieprüfung. Es gibt nur eine praktische Prüfung, in der das Wissen zu Gewichten und Ladungssicherung indirekt mitgeprüft wird.
Was ist der Unterschied zwischen BE und B96?
B96 ist keine eigene Klasse, sondern eine Schlüsselzahl zur Klasse B und erlaubt Gespanne bis 4.250 kg Gesamtmasse. Dafür reicht eine Schulung von rund sieben Stunden ohne Prüfung. BE ist eine eigene Fahrerlaubnisklasse mit praktischer Prüfung und erlaubt Anhänger bis 3.500 kg sowie Gespanne bis 7.000 kg.
Gilt der Führerschein BE auch im Ausland?
Ja. Die Klasse BE ist über die EU-Richtlinie 2006/126/EG europaweit einheitlich geregelt und gilt damit in der gesamten EU. Außerhalb der EU sollten Sie vorab die jeweiligen nationalen Regeln und gegebenenfalls einen internationalen Führerschein prüfen.
Wie lange ist der BE-Führerschein gültig?
Die Fahrerlaubnis BE selbst ist unbefristet gültig, eine wiederkehrende ärztliche Untersuchung wie bei den Lkw-Klassen gibt es nicht. Das Führerschein-Dokument im Scheckkartenformat muss jedoch alle 15 Jahre umgetauscht werden – ohne neue Prüfung.




