Bußgeldkatalog außerorts 2026: Tempoverstöße und Strafen

Entdecken Sie die Strafen im Bußgeldkatalog außerhalb geschlossener Ortschaften bei Verkehrsverstößen und sichern Sie Ihre Fahrt.

Kurz gesagt: Außerorts zu schnell zu fahren kostet 2026 laut Bußgeldkatalog zwischen 20 und 700 Euro. Einen Punkt in Flensburg gibt es ab 21 km/h zu viel, ein Fahrverbot droht erst ab 41 km/h. Die Sätze sind milder als innerorts. Maßgeblich ist immer die Geschwindigkeit nach Toleranzabzug von 3 km/h beziehungsweise 3 Prozent.

Stand: Juni 2026. Alle Werte stammen aus dem bundeseinheitlichen Bußgeldkatalog 2026 (Bußgeldkatalog-Verordnung, BKatV). Dieser Beitrag ist eine allgemeine Information und keine Rechtsberatung im Einzelfall.

Was kostet zu schnelles Fahren außerorts?

Außerorts reichen die Bußgelder für Pkw von 20 Euro bei bis zu 10 km/h zu viel bis 700 Euro bei über 70 km/h. Ab 21 km/h kommt ein Punkt dazu, ab 41 km/h ein Fahrverbot.

Überschreitung (nach Toleranz)BußgeldPunkteFahrverbot
bis 10 km/h20 €
11–15 km/h40 €
16–20 km/h60 €
21–25 km/h100 €1
26–30 km/h150 €1nur bei Wiederholung
31–40 km/h200 €1nur bei Wiederholung
41–50 km/h320 €21 Monat
51–60 km/h480 €21 Monat
61–70 km/h600 €22 Monate
über 70 km/h700 €23 Monate

Werte laut Bußgeldkatalog 2026 (BKatV) für Pkw bis 3,5 Tonnen. Zu jedem Bußgeld kommen rund 28,50 Euro Gebühren dazu. Faustregel: Bis 20 km/h zu viel bleibt es beim reinen Bußgeld, ab 21 km/h gibt es den ersten Punkt.

Was ist der Unterschied zwischen innerorts und außerorts?

Außerorts fallen die Strafen milder aus als innerorts, weil der Gesetzgeber das Gefährdungspotenzial auf freier Strecke geringer bewertet. Punkte gibt es an beiden Orten ab 21 km/h, das Fahrverbot beginnt außerorts aber später.

MerkmalInnerortsAußerorts
Bußgeld-Spanne30–800 €20–700 €
Punkt ab21 km/h21 km/h
Fahrverbot ab31 km/h41 km/h
Beispiel 21–25 km/h115 € + 1 Punkt100 € + 1 Punkt

Für den innerörtlichen Fall lohnt sich der Detailblick, weil die Grenzen früher greifen. Was dort bei 25 km/h zu viel droht, liest du in unserem Beitrag zu 25 km/h zu schnell innerorts.

Was gilt als Autobahn-Sonderfall?

Die Autobahn zählt rechtlich als außerorts, es gelten also dieselben Bußgeld-Staffeln. Die Besonderheit ist die Richtgeschwindigkeit von 130 km/h – eine Empfehlung, kein Tempolimit.

Wo kein Tempolimit gilt, wirst du für Tempo über 130 km/h nicht bestraft. Kommt es aber zu einem Unfall, kann dir eine Mithaftung angelastet werden, weil du schneller als die Richtgeschwindigkeit gefahren bist.

Auf Landstraßen gilt für Pkw ohne andere Beschilderung Tempo 100 (§ 3 StVO). Achte besonders nach Kreuzungen und an Baustellen auf wechselnde Limits – dort stehen die meisten Blitzer.

Ab wann droht außerorts ein Fahrverbot?

Ein Regelfahrverbot droht außerorts ab 41 km/h zu schnell. Es dauert einen Monat (41–60 km/h), zwei Monate (61–70 km/h) oder drei Monate (über 70 km/h).

Es gibt aber eine zweite Schwelle: die Wiederholungstäter-Regel. Wer innerhalb von zwölf Monaten zweimal mindestens 26 km/h zu schnell war, dem droht laut § 4 BKatV auch dann ein Fahrverbot, wenn der einzelne Verstoß keines auslösen würde.

Merksatz: Als Ersttäter außerorts wird es erst ab 41 km/h ernst. Wer aber zweimal in einem Jahr mit 26 km/h oder mehr auffällt, riskiert schon vorher den Führerschein.

Was gilt außerorts in der Probezeit?

In der Probezeit ist eine Überschreitung ab 21 km/h ein A-Verstoß – innerorts wie außerorts. Bußgeld und Punkt bleiben gleich, es kommen aber Maßnahmen der Fahrerlaubnisbehörde dazu.

Konkret verlängert sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre, und du musst ein kostenpflichtiges Aufbauseminar besuchen. Weist du die Teilnahme nicht fristgerecht nach, kann die Fahrerlaubnis entzogen werden.

Nächster Schritt: Prüfe im Bescheid zuerst, ob der Toleranzabzug korrekt ist und die Messstelle plausibel beschrieben wurde. Stehen Punkte oder ein Fahrverbot im Raum, zahle nicht vorschnell – wie du richtig vorgehst, zeigt unser Ratgeber zur Ordnungswidrigkeit im Straßenverkehr.

FAQ

Was kostet zu schnelles Fahren außerorts?

Außerorts kostet eine Geschwindigkeitsüberschreitung für Pkw zwischen 20 und 700 Euro, je nach Höhe. Bis 20 km/h zu viel bleibt es beim reinen Bußgeld ohne Punkt. Ab 21 km/h kommt ein Punkt in Flensburg dazu, ab 41 km/h ein Fahrverbot.

Ab wann gibt es außerorts einen Punkt in Flensburg?

Einen Punkt gibt es außerorts ab 21 km/h zu schnell – genau wie innerorts. Ab 41 km/h zu schnell werden zwei Punkte eingetragen. Maßgeblich ist immer die Geschwindigkeit nach Toleranzabzug.

Ab wann droht außerorts ein Fahrverbot?

Ein Regelfahrverbot droht außerorts ab 41 km/h zu schnell und dauert je nach Höhe ein bis drei Monate. Zusätzlich greift die Wiederholungstäter-Regel: Wer innerhalb von zwölf Monaten zweimal mindestens 26 km/h zu schnell war, riskiert ebenfalls ein Fahrverbot.

Sind die Strafen außerorts niedriger als innerorts?

Ja, die Bußgelder sind außerorts in der Regel niedriger als innerorts. Beispiel: 21 bis 25 km/h zu schnell kosten außerorts 100 Euro, innerorts 115 Euro. Auch das Fahrverbot beginnt außerorts später, nämlich ab 41 statt 31 km/h.

Gilt auf der Autobahn der Bußgeldkatalog außerorts?

Ja, die Autobahn zählt rechtlich als außerorts, es gelten dieselben Bußgeld-Staffeln. Zusätzlich gilt eine Richtgeschwindigkeit von 130 km/h, die keine Strafe auslöst. Bei einem Unfall oberhalb von 130 km/h kann dir aber eine Mithaftung angelastet werden.

Wie viel Toleranz wird außerorts abgezogen?

Bis zu einer gemessenen Geschwindigkeit von 100 km/h werden 3 km/h abgezogen, darüber 3 Prozent des Messwerts. Bei 130 km/h sind das rund 4 km/h. Die Behörde berücksichtigt den Abzug automatisch im Bescheid.

Was passiert außerorts in der Probezeit?

In der Probezeit gilt eine Überschreitung ab 21 km/h als A-Verstoß, auch außerorts. Die Folge sind eine Verlängerung der Probezeit um zwei Jahre und ein kostenpflichtiges Aufbauseminar. Bußgeld und Punkt bleiben gleich, die Maßnahmen kommen zusätzlich dazu.

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