Kurz gesagt: Teilkasko deckt Schäden am eigenen Auto ohne Ihr Zutun – Diebstahl, Glasbruch, Wild, Sturm und Hagel. Vollkasko übernimmt zusätzlich selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Als grobe Faustregel lohnt sich Vollkasko bei Neuwagen und jungen Fahrzeugen; bei älteren Autos mit geringem Restwert reicht meist Teilkasko.
Stand: August 2026. Dieser Ratgeber grenzt beide Kaskoarten sauber ab und beantwortet ehrlich die entscheidende Frage: ab welchem Fahrzeugwert und -alter sich Vollkasko noch rechnet und wann Sie draufzahlen.
Was deckt Teilkasko, was Vollkasko?
Teilkasko und Vollkasko unterscheiden sich vor allem darin, ob selbstverschuldete Unfälle abgedeckt sind. Die Teilkasko tut das nicht, die Vollkasko schon.
Die Teilkasko übernimmt Schäden durch äußere Einflüsse: Diebstahl, Brand, Glasbruch, Sturm, Hagel, Überschwemmung, Wildunfälle und Marderbisse. Auf Ihr Verhalten kommt es dabei nicht an.
Die Vollkasko schließt all das ein und deckt zusätzlich selbst verursachte Unfallschäden sowie Vandalismus. Sie ist damit der umfassendere, aber auch teurere Schutz.
Was ist wo versichert?
Die folgende Tabelle zeigt, welche Schadenart in welcher Kaskoart abgedeckt ist.
| Schadenart | Teilkasko | Vollkasko |
|---|---|---|
| Diebstahl | ja | ja |
| Glasbruch | ja | ja |
| Sturm, Hagel, Überschwemmung | ja | ja |
| Wildunfall | ja | ja |
| Brand, Explosion | ja | ja |
| Selbstverschuldeter Unfall | nein | ja |
| Vandalismus | nein | ja |
Ab welchem Fahrzeugalter lohnt sich Vollkasko noch?
Als grobe Orientierung lohnt sich Vollkasko bei Fahrzeugen bis etwa vier bis fünf Jahre, danach wird sie zunehmend fragwürdig. Der Grund ist einfach: Die Vollkasko ersetzt im Schadenfall höchstens den Restwert Ihres Autos – und der sinkt mit den Jahren.
Die Logik dahinter ist eine Abwägung von Restwert gegen Mehrbeitrag. Bei einem Neuwagen kann ein Totalschaden mehrere zehntausend Euro Verlust bedeuten – hier ist Vollkasko sinnvoll. Bei einem zwölf Jahre alten Auto mit geringem Restwert zahlen Sie über Jahre den Vollkasko-Aufpreis, bekommen im Schadenfall aber nur noch wenige tausend Euro ersetzt.
Eine ehrliche Faustregel: Übersteigt der Vollkasko-Mehrbeitrag über einige Jahre den möglichen Restwert-Ersatz, lohnt sie sich nicht mehr. Bei alten Fahrzeugen mit niedrigem Wert zahlen Sie für die Vollkasko oft mehr ein, als Sie je herausbekommen könnten.
Faustregel: Neuwagen und junge Fahrzeuge Vollkasko, ab etwa fünf bis sechs Jahren die Rechnung prüfen, bei geringem Restwert auf Teilkasko wechseln.
Wann reicht Teilkasko aus?
Teilkasko reicht in der Regel, wenn Ihr Auto älter ist und nur noch einen geringen Restwert hat. Dann schützt sie Sie weiterhin vor teuren äußeren Schäden, ohne den vollen Aufpreis zu kosten.
Sinnvoll ist Teilkasko besonders für ältere Fahrzeuge, bei vorsichtiger Fahrweise und wenn Sie im Ernstfall einen Totalschaden am eigenen Auto finanziell verkraften könnten. Diebstahl, Hagel oder Wildunfall bleiben abgedeckt – das sind die Schäden, die Sie am wenigsten beeinflussen können.
Wer dagegen viel im dichten Verkehr fährt oder das Fahrzeug dringend braucht, kann auch bei einem älteren Auto bewusst bei Vollkasko bleiben. Die Entscheidung hängt von Restwert und Risikobereitschaft ab.
Was kostet der Unterschied?
Vollkasko ist spürbar teurer als Teilkasko, weil sie mehr abdeckt. Wie groß der Abstand ist, hängt stark von Typklasse, Regionalklasse und Ihrer Schadenfreiheitsklasse ab – eine pauschale Zahl gibt es nicht.
Verlässlich klären lässt sich der Unterschied nur mit einem konkreten Vergleich für Ihr Fahrzeug. Portale wie Verivox und CHECK24 zeigen Teil- und Vollkasko für dasselbe Auto direkt nebeneinander.
Vergleichen Sie dabei denselben Leistungsumfang und dieselbe Selbstbeteiligung, sonst ist der Preisunterschied nicht aussagekräftig.
Was ist mit der Selbstbeteiligung?
Die Selbstbeteiligung ist der Betrag, den Sie im Schadenfall selbst tragen. Je höher Sie sie wählen, desto niedriger ist Ihr laufender Beitrag.
Gängig sind 150 Euro Selbstbeteiligung bei Teilkasko und 300 bis 500 Euro bei Vollkasko. Diese Beträge senken den Beitrag deutlich, ohne Sie im Ernstfall zu überfordern.
Faustregel: Wählen Sie die Selbstbeteiligung so hoch, wie Sie den Betrag im Schadenfall problemlos aufbringen können – das ist meist der beste Kompromiss aus Beitrag und Eigenrisiko.
Sonderfall E-Auto: Akkuschutz nur in der Vollkasko?
Bei Elektroautos ist die Batterie das teuerste Bauteil – und wie sie abgesichert ist, unterscheidet sich je nach Tarif. 2026 bieten immer mehr Versicherer erweiterten Akkuschutz und teils auch Wallbox-Deckung an, häufig als Bestandteil oder Erweiterung der Vollkasko.
Für Halter eines neuen oder teuren E-Autos kann das ein Argument für die Vollkasko sein, das über die reine Unfalldeckung hinausgeht. Prüfen Sie im Tarif genau, ob Schäden an der Antriebsbatterie eingeschlossen sind und unter welchen Bedingungen.
Wie Kasko und Haftpflicht grundsätzlich zusammenspielen, erklärt unser Leitfaden zur Kfz-Versicherung.
Nächster Schritt: Schätzen Sie den aktuellen Restwert Ihres Autos und stellen Sie ihn dem Vollkasko-Mehrbeitrag über die geplante Haltedauer gegenüber. Liegt der Mehrbeitrag über dem möglichen Ersatz, wechseln Sie auf Teilkasko.
Hinweis: Die genannten Alters- und Wertgrenzen sind Faustregeln (Stand August 2026) und ersetzen keine individuelle Berechnung.
Häufige Fragen zu Teilkasko und Vollkasko
Was ist der Unterschied zwischen Teilkasko und Vollkasko?
Teilkasko deckt Schäden am eigenen Auto ohne Ihr Zutun wie Diebstahl, Glasbruch, Hagel und Wildunfall. Vollkasko schließt das ein und übernimmt zusätzlich selbstverschuldete Unfälle und Vandalismus. Vollkasko ist der umfassendere, aber teurere Schutz.
Ab wann lohnt sich Vollkasko nicht mehr?
Wenn der Restwert Ihres Autos so weit gesunken ist, dass der Vollkasko-Mehrbeitrag über die Jahre den möglichen Schadenersatz übersteigt. Als grobe Orientierung ist das oft ab etwa fünf bis sechs Jahren zu prüfen. Bei geringem Restwert reicht meist Teilkasko.
Reicht bei einem alten Auto Teilkasko?
In der Regel ja. Teilkasko schützt weiterhin vor teuren äußeren Schäden wie Diebstahl oder Hagel, kostet aber deutlich weniger als Vollkasko. Voraussetzung ist, dass Sie einen Totalschaden am eigenen Auto finanziell verkraften könnten.
Wie stark senkt die Selbstbeteiligung den Beitrag?
Spürbar: Je höher die Selbstbeteiligung, desto niedriger der laufende Beitrag. Gängig sind 150 Euro bei Teilkasko und 300 bis 500 Euro bei Vollkasko. Wählen Sie sie nur so hoch, wie Sie den Betrag im Schadenfall problemlos tragen können.
Ist der Autoakku nur in der Vollkasko versichert?
Das hängt vom Tarif ab. 2026 bieten viele Versicherer erweiterten Akkuschutz für E-Autos an, oft im Rahmen der Vollkasko. Prüfen Sie im konkreten Tarif, ob Schäden an der Antriebsbatterie eingeschlossen sind.
Wie groß ist der Preisunterschied zwischen Teil- und Vollkasko?
Das lässt sich nicht pauschal sagen, weil es von Typklasse, Regionalklasse und Ihrer SF-Klasse abhängt. Verlässlich ist nur ein konkreter Vergleich für Ihr Fahrzeug bei gleichem Leistungsumfang und gleicher Selbstbeteiligung.




